‚Schattenwelt‘ – eine geführte Meditation (Hörprobe)

„Schattenwelt“ ist ein Meditationstext, der Rüdiger Dahlkes Buch „REISE NACH INNEN – Geführte Meditation auf dem Weg zu sich selbst“ [1994, ASIN: B002NCZDTQ, Teil II Allgemeine Meditationen, 7. Meditation, Seite 122-128] entnommen und nach den Anleitungen im Buch gesprochen wurde.

Stimmfang möchte dich mit diesem Beispiel einer geführten Meditation neugierig auf das Buch machen.

Schattenwelt? Worum geht es da?
Schattenwelt_cnpUm unsere inneren Schatten, die Anteile in uns, die im Dunkel, im Verborgenen liegen, die es zu beleuchten, aufzulösen oder anzunehmen und behutsam ins Sein zu integrieren gilt. Diese Anteile, die wir nicht so gern von uns zeigen, die wir vergessen bzw. vor Jahren da verbuddelt haben, können uns durch Beobachtung und Bewusstwerdung zur Vervollkommnung dienen.
Wenn du dich also psychisch und seelisch stabil genug fühlst, kannst du   hier dieser Medietation lauschen,  35 Minuten abtauchen in deine inneren Welten und evtl. mit neuen Erkenntnissen wieder an die Oberfläche kommen.

!! Vor dem Hören bitte unbedingt 1. Abs. der Beschreibung des Beitrages von Stimmfang lesen !! Danke

 

Wer Fritze Lehmann ist…

…erfährst du (falls du es nicht schon weißt), wenn du dir die Geschichte bei ‚Stimmfang‘ anhörst.

FritzeLehmann
Illustration: Karl Schrader

Dieses Mal ist es eine für Kinder aus dem Buch ‚So ein Struwwelpeter‘, geschrieben von Hansgeorg Stengel und illustriert von Karl Schrader (1970).

Es war auch eines meiner Lieblingsbücher meiner Kindheit und hat bis heute seinen Platz in meinem Regal (Allerdings müsste es, über die Jahre abgegriffen, mal zum Buchbinder). Matthias, den Tierquäler, Kaputtmacher Siegfried und die eigensinnige Ulrike mochte ich nicht. Die ungezogene Luise tat mir genau so leid wie der Faxenmacher Franz. Dass die Daumen von Sibylle sich nachts einfach ohne sie auf den Weg machten, wollte mir schon im Alter von fünf Jahren nicht einleuchten. Zu meinen Lieblingsgeschichten dieses Buches gehörte ‚Der fernsehverrückte Frank‘ und eben die von Fritze Lehmann…

vorgestellt: ‚Die Hundeblume‘ von Wolfang Borchert

Die erste Audio-Datei steht auf  ‚Stimmfang‘  bereit.

Mit einem kleinen Auszug aus Borcherts Erzählung ‚Die Hundeblume‘ sowie einigen Hintergrundinformationen Unsere Sehnsüchte... möchte ‚Stimmfang‘ dich für das Wirken und Leben des Autors Wolfgang Borchert, der bereits im Alter von 26 Jahren starb, interessieren. In seinen Texten spiegelte er das Gefühl des Verrates an seiner Generation und klagte als Sprachrohr für unzählige Tote mahnend die Vätergeneration in Erzählungen, Gedichten und seinem Drama ‚Draußen vor der Tür‘ an.
Ich wünsche mir, dass sie auch weiterhin gelesen, diskutiert und erhalten werden.

Über meine neue Seite  ‚Stimmfang‘  werden zukünftig Gedichte, Prosatexte, Auszüge empfohlener Bücher, audio-performences und auch  Meditatives zu hören sein. Der Anfang ist gemacht.

Von Medien, Buttercremetorte, fernen Visionen und Nina Hagen, die es ’78 schon besang

at night [ tele vision ] Vor zehn Jahren hab ich die
‚Unter-Haltungs-Kiste‘ abgeschafft.
Ab und an interessiert es mich allerdings, worüber die Fernsehsender wie berichten, um meine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen. Leider verspüre ich dabei zumeist eine unangenehme Übelkeit.

Da geht es mir, wie mit Buttercremetorte.
Wenn ich also weiß, dass mir von dem fettig-süßen Zeug schlecht wird und ich mich deshalb davor ekele, schon wenn ich ein Foto davon sehe, werde ich einfach keine mehr essen.
Worauf will mich der Ekel aufmerksam machen? Er warnt mich vor Schädlichem, Giftigem. Mein Instinkt reagiert und spuckt es wieder aus. Oder wenn ich mich vor Ekel schütteln muss, bedeutet dies doch, dass ich das abschütteln, von mir fern halten, los werden will. Wenn ich mich so sehr ekele, dass ich erbrechen muss, sagt mir mein Körper „Raus damit, aber schnell. Das ist nicht gut für dich.“ Selbst der Ekel vor Spinnen und Schlangen ist unter dem Aspekt des instinktiven Schutzes vor giftigen Bissen nachzuvollziehen.
Ich nehme Abstand von der Situation, die dieses Gefühl verursacht. Ich wende mich ab. Diese Übelkeit dient mir also dazu, meine Gesundheit, gar mein Leben zu erhalten. Deshalb achte ich auch schon auf kleine Anzeichen in der Magengegend. Wer hat sich nicht schon mal gefragt „Mir ist so flau im Magen, hab ich was Falsches gegessen?“.

Nachrichten

übrigens:TV also ‚tele vision‘ entstammt den Worten
tele /gr. – fern
visio /lat. – Vorstellung, Idee


Vision bedeutet auch:
übernatürliche Erscheinung, Offenbarung, Traumbild, Trugbild, Wunschbild, Zukunftsentwurf, Halluzination, Sinnestäuschung
…nur mal so😉

Hm. ‚Wie Phönix aus der Asche‘ ist ja jetzt auch nicht so der einfallsreichste Titel für den ersten Blogbeitrag, …

… doch wie antwortete meine Nachbarin damals in Wiesbaden so weise einer Verkäuferin, die sie darauf hin wies, dass die kleineren Äpfel, nach denen Frau Roth* gegriffen hatte, doch recht unansehnlich und schmutzig seien und  das bei 30 Ct. mehr je Kilo. Sie solle doch lieber zu den schönen, großen, roten**, zwei  Kisten weiter greifen?

„Sie sind ja goldig. Es ist doch völlig Wurscht, dass die Äpfel vom Rheingau kleiner sind. Besser als diese auf Hochglanz polierten Monster aus Italien. Äpfel dieser Größe … … und Farbe … kenne ich nur von Hübners. Ja, auf der Kommode, in der Schale mit dem Deko-Obst. Die Hauptsache … bei Äpfeln … ist doch, … find ich, … dass sie schmecken!“

Deko-Äpfel

 

 

[**Ja, auch ich hatte das Bild von der Königin mit dem vergifteten Apfel im Kopf]

 

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Das nur, …weil grad‘ … als ich den eigentlichen Beitrag*** posten wollte, so ein Erinnerungsfetzen, so eine Drei-Sekunden-Sequenz klar, nicht zu halten, vor meinem inneren Auge auftauchte…
[auftauchen – schönes Wort]
… mit Frau Roth*… als Hauptakteurin, … im close up. Und nun kommt mir längst vergessen Geglaubtes, Alltäglichstes wieder in den Sinn.

Warum? Hm. Ich weiß doch auch bloß nix. Vielleicht erinnere ich mich  deshalb, damit ich mich zum jetzigen Zeitpunkt an etwas er-innern soll, vielleicht birgt ja diese kurze Innenschau eine Botschaft für das Jetzt. Vielleicht hat eine Wut genug gewütet, ist müd‘ und will jetzt gehen, holt einen würdigen Moment ins Licht, für beide, und heilt mit dieser Rückschau Groll, den ich verspürte, wann immer ich Frau Roth* auch traf.

[***Beitrag, auf den sich die Überschrift bezog, wird auf unbestimmte Zeit verschoben]

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Am Abend des selben Tages passte sie mich gleich im Treppenhaus ab, um über ihren Kaffeekränzchenbesuch bei Hübners zu klatschen und zu tratschen. Guten Kaffee und Torte hat’s gegeben, als Dank fürs Gießen, weil Hübners doch ’ne Woche mit dem Elias… in Warnemünde …
Bei SchokoNuss berichtete Frau Roth* den Hübners vom supermärktlichen Apfelkonflikt und machte ihnen klar, dass sie das vollumfängliche Recht genießen würden, alles umfassend und minutiös zu erfahren, da sie ja beide – quasi durch Frau Rots* Standortbericht des Deko-Obstes auf Hübners heimischer Kommode – in die Sache involviert waren. Es war wohl alles in allem ein recht unterhaltsamer Nachmittag, dessen Ende jäh eingeläutet wurde, als Herr Hübner sich mit dem Tortenheber in der einen und dem Kuchenteller in der anderen Hand über den Tisch beugte, den Tortenheber unter ein großes Stück MandarineMascarpone schob, nach vorn über kippte und mit dem Gesicht direkt in die süße Versuchung klatschte. Ein Schreck und unendliches Bedauern, dass von der süßen Köstlichkeit aber auch gar nichts mehr zu retten war, ein ‚Schade um das schöne Geld …‘ und ‚… Röder Junior, der Konditor, lacht sich ins Fäustchen‘ und hätt ‚auch noch verdient dabei‘, blieben zurück im Raum, als Frau Roth* ihr Täschchen und schnell Abschied nahm.

Als ich Samstag kurz nach zwei am Nachmittag – trotz Mieterinfo von Frau Roth* – die Dreistigkeit besaß, zwei Flaschen leise in den Container abzulegen, stand Madam Hübner hinter mir, wie aus dem Nichts und schüttete mit schriller, schallender Stimme, perfekt sitzenden Pausen, mal lauter, mal brüchig, je nach erhoffter Reaktion meinerseits, ihr leeres Schandhorn im Innenhof über mir aus, dessen Lied ich mittlerweile (wie jeder andere Hausbewohner auch, außer Frau Roth* vielleicht) singen konnte, wie die, die es erdachte. Die Worte perlten an mir ab, an Einfach-Gehen war nicht zu denken. Ich lächelte sie an, so liebevoll es ging, so wahrhaftig ich es spüren konnte, schaute in Ihre Augen und fühlte mich – in wenigen Sekunden nur – vollkommen verändert. Es war etwas in ihrem Blick, das sie nicht vor mir verbergen konnte, eine zage Traurigkeit, und Wut auch … und auch Angst und viel Lebendigkeit.
Erst jetzt bemerkte ich, dass an ihrem angewinkelten Arm eine Einkaufstasche hing. In ihren Händen eine große, feste, braune Papiertüte, deren Inhalt sich mir nicht offenbarte. Ich ging auf sie zu, nahm ihr die Tüte ab und stellte sie auf die Papiertonne. Dann hob ich den Beutel an ihrem Arm kurz an, streifte mit der anderen Hand die Henkel über Arm und Hand und stellte ihn auf den Boden. Sie hatte ihre Arie abgebrochen, stand immer noch, etwas verdutzt, mit angewinkeltem Arm da. Etwas misstrauisch, doch erleichtert schaute sie mir in die Augen, rieb sich den den Ellenbogen, gab einen Seufzer von sich und sagte ‚Er ist ganz taub.‘ Ich nahm den Einkauf und fragte ‚Na, wo soll’s denn hin?‘ Als sie zu ihrem Fenster blickte, huschte ein Lächeln über ihr Gesicht.

‚Ich musste doch so viel besorgen.‘, sagte sie, als ich den Einkauf auf ihrem Küchentisch abstellte. ‚Neues Rasierzeug, Socken… und Obst, er muss ja viel mehr Obst.. Mein Mann liegt doch im Krankenhaus, Herzanfall, ganz plötzlich. Frau Roth* war grad zum Kaffee da.‘
So leerte sie die Tasche, zeigte auf die Tüte, verließ die Küche und rief aus dem Flur ‚Ach Kindchen, sei doch mal so lieb und pack die Äpfel aus. Frau Roth* hat uns davon erzählt, vom Supermarkt, den Äpfeln. Hat sie Sie da nicht auch getroffen? Sie haben’s doch live miterlebt.‘
Aus der Papiertüte rollten sieben große, rote, blank geputzte italienische Äpfel. Frau Hübner stellte derweil eine ovale Holzschale auf den Küchentisch. ‚So, drei sind für Hermann, zwei zur Deko und zwei… … ach hier Kindchen, einer für dich als kleines Dankeschön fürs Tragen.‘ Ich freute mich über die Geste, dankte, wünschte ihrem Mann baldige Genesung, verabschiedete mich und nahm mir, während ich die Treppen hinunter ging, vor, mich etwas genauer mit der menschlichen Kommunikation und ihren Phänomenen zu beschäftigen.

(*Name von mir geändert. Es handelt sich bei dem bürgerlichen Namen der beschriebenen weiblichen Person, 71 Jahre, evangelisch, wohnhaft in der Kirchgasse, SPD-Wählerin, Sternzeichen Steinbock, Geburtsort Helbra, Blutgruppe AB, Teetrinkerin, um eine andere Farbe. Wer an der wahren Identität meiner damaligen Nachbarin interessiert ist…; es darf geraten werden. Kleiner Tipp: Lila heißt sie nicht.)

 

Knatterbohrschraubklopfgeratter

verbundenWann die Webbauarbeiten abgeschlossen sein werden, ist noch nicht abzusehen.
Der Handwerker, der nur stundenweise arbeitet, sich noch einige Fähigkeiten aneignet, das nötige Werkzeug ordert, passendes Material sondiert, noch 21 Tage Urlaub hat und allergisch auf Hektik und Stress reagiert, möchte mit dieser Information schlechter PR, wie sie z.Bsp. den Großbaustellen Flughafen, Oper u.a. zuteil wird, vorbeugen, das Finanzbudget so gering wie möglich halten, seine Ziele verwirklichen, Zeit für Familie, Freunde, für sich, mit sich im Reinen sein…
Nix da, ständiges Wachstum. Ständiges Wirtschaftswachstum, wenn er das schon hört oder liest…
Hier wächst alles, so lang es eben braucht, um zu blühen und zu reifen, die Früchte zu ernten, um die Samen zu bewahren.

Entfaltung

Der Handwerker lernt von und orientiert sich an der Natur und ihren Kreisläufen, statt an Statistiken, Prognosen oder Hitlisten.

Und was den hellsten Stern gesehen, während des Lebens Pracht, so muss auch dieses doch verwehn, um im Sein neu aufzugehn, das einfach ‚ist‘, kreiert und lacht.

[kathan nerin]